Dr. Alpaslan Caliskan Spezialist für Frauenheilkunde und Beckenbodenchirurgie

Dr. Alpaslan Caliskan

ECERPS-zertifizierter Beckenbodenchirurg
(Europäisches Zentrum für Fortgeschrittene Beckenrekonstruktive Chirurgie)
Fortgeschrittener Beckenbodenchirurg

Herzlich willkommen auf meinen Internetseiten. Vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Behandlungsmethoden. Die meisten der von uns angewandten Methoden sind auf der Integralen Theorie basierende, spezielle Techniken.

Einleitung

Problem

Jede 4. Frau in Deutschland leidet aufgrund von Blasen- und Beckenboden-Problemen unter ungewolltem Harnverlust, ständigem Harndrang am Tage und nachts, Blasenentleerungsstörungen, Kreuzschmerzen oder Darminkontinenz. Nicht nur ältere Frauen sind betroffen. Aktuelle Studien zeigen, dass jede dritte Frau nach der Entbindung über Blasenprobleme klagt, die sich nur teilweise normalisieren.

Neueste Untersuchungen zeigen, dass diese Beschwerden meist durch Gewebsschäden im Halte- und Stützapparat des Beckenbodens (Geburten, Operationen, Alter) entstehen. Die logische Konsequenz: Wiederherstellung der Gewebefestigkeit normalisiert Blasen- und Darmfunktion.

Die genannten Beschwerden beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich. Viele Betroffene reduzieren Flüssigkeitsaufnahme und soziale Aktivitäten; dies kann Folgeerkrankungen wie Nierensteine, Harnwegsinfekte, zerebrale Minderdurchblutung, Schlaganfall und Depression begünstigen. Trotz Häufigkeit bleibt das Thema oft tabu.

Historisch standen nur wenige, dauerhaft wirksame Behandlungen zur Verfügung. Die seit über 20 Jahren angewendete TVT-Methode ist nur bei etwa 20 % der Frauen die richtige Operation.

Im Gegensatz dazu berücksichtigt unser Goeschen/Caliskan-Verfahren Schäden im gesamten Beckenboden (vorne, Mitte, hinten). Nach präziser Diagnostik werden betroffene Strukturen gezielt repariert: Bänder gestrafft/ersetzt, überschüssige Haut geschichtet statt entfernt, Vernarbungen gelöst. Die Operation erfolgt vaginal, nahezu blutarm mit sehr kleinen Schnitten und ist in der Regel nahezu schmerzfrei. Frühe Mobilisation und kurzer Klinikaufenthalt sind die Regel.

Ziel unserer Operationen ist ein beschwerdefreies Leben für Patientinnen mit Blasen- und Senkungsproblemen.

Die Beckenbodenmuskulatur und –bänder

Der weibliche Beckenboden besteht aus Schichten von Muskeln, Bindegewebe, Bändern, Gefäßen und Nerven. Er erfüllt zentrale Aufgaben:

  • Öffnung und Verschluss von Blase und Darm
  • Geburt
  • Sexualität
  • Schutz der Bauchorgane

Aufgrund der komplexen Architektur besteht selbst in Fachkreisen teils ein unzureichendes Verständnis dieses Systems.

Wie funktioniert der Beckenboden?

Der Beckenboden arbeitet wie ein Trampolin: Membran (Scheidenwände) + Federn (Bänder), die vorne, mittig und hinten am Beckenknochen befestigt sind. Die Blase liegt auf der Membran. Mit zunehmender Füllung werden Membran und Federn nach unten gedrückt; Dehnungsreize informieren das Gehirn über den Füllstand.

Ist Entleerung gerade nicht möglich, spannt die Beckenbodenmuskulatur das „Trampolin“, hebt den Blasenboden an, verringert die Dehnung und damit den Harndrang. Dieser Mechanismus funktioniert nur bei intakten Strukturen. Überdehnung (z. B. Geburt, Alter) führt zu frühzeitigem Harndrang und weiteren Beschwerden je nach Schadenort:

Beschwerden je nach Zone

Vorne

  • Schwerer Urinverlust bei Belastung (Husten, Niesen)
  • Urinverlust im Stehen / ständig nass
  • Stuhlschmieren

In der Mitte

  • Blasenentleerungsprobleme, Restharn
  • Senkungsbeschwerden

Hinten

  • Nächtlicher Harndrang
  • Schmerzen im Kreuz/Steiß
  • Gestörte Blasenentleerung
  • Verschlechterung vor der Periode
  • Senkungsbeschwerden

Nur eine individuelle, präzise Diagnostik findet den verursachenden Defekt; herkömmliche Verfahren reichen oft nicht aus.

Seit 2009 haben wir in enger Zusammenarbeit mit Prof. Goeschen die Methode verfeinert. Heilungsraten liegen je nach Befund bei 80–100 % (anatomisch ca. 98–99 %).

Das Beckenboden-Training

Basierend auf dem Trampolin-Vergleich entwickelten wir Übungen, die sich ohne Zusatzzeit in den Alltag integrieren lassen. Zu beachten sind zwei Muskelarten:

  • Skelettmuskulatur: öffnet/schließt Blase und Darm; trainierbar durch bewusstes An- und Entspannen (3 Hauptmuskeln: nach vorne, hinten, unten).
  • Glatte Muskulatur: sorgt für Elastizität; nicht willkürlich steuerbar. Hier hilft Elektrostimulation (bessere Durchblutung, Kraft, Energieausnutzung, spätere Ermüdung). Für eingeschränkte Patientinnen reicht teils alleinige Elektrotherapie.

Eine Studie unserer Arbeitsgruppe zeigte, dass das spezielle Training Beschwerden um bis zu 70 % verbessern kann.

Aber: Ist die Verbindung von Muskeln zu Organen (Bänder/Faszien) zerstört, reicht Training allein nicht aus – die Verbindung muss operativ wiederhergestellt werden.

Weniger Schmerz durch minimal-invasive Chirurgie

Wenn Training nicht genügt, bringt ein operativer Eingriff meist den gewünschten Erfolg.

Operation

Nach aktuellem Funktionsverständnis bieten wir minimal-invasive, gewebeschonende und schmerzarme Operationen an. Mittels spezieller Untersuchungen können wir den zu erwartenden Erfolg häufig präoperativ demonstrieren.

Die Gebärmutter muss keinesfalls immer entfernt werden. Deren Entfernung kann später Blasenprobleme begünstigen; eine Schwangerschaft ist grundsätzlich weiterhin möglich (Empfehlung: Kaiserschnitt).

Unterschied zu herkömmlichen Operationen

Traditionelle Eingriffe sind oft ungenau: Anheben der Scheidenwand, Entfernen überschüssiger Haut → frühe Spannung, Nahtausrisse, große Schnitte (oft abdominal), größere Wundflächen, Schmerzen, längerer Aufenthalt und Katheterdauer.

Unsere Methode arbeitet unter Lupen-/Mikroskopvergrößerung, entfernt keine Hautüberschüsse, sondern schichtet elastisch und spannungsfrei. Überdehnte Bänder werden erneuert und dort fixiert, wo die Muskulatur sie wieder spannen kann. Spezielle Instrumente erlauben präzise Positionierung. Das Netzmaterial fördert Einwachsen von Bindegewebe und wirkt wie körpereigene, elastische Bänder.

Vaginale, kleine Schnitte; Bereich mit kaum Nerven → postoperativ wenig Schmerz, geringe Nahtbelastung. Scheidentamponade/Dauerkatheter selten und nur kurz nötig.

Vorteile der neuen Techniken

  • Hohe, bislang unerreichte Heilungsraten
  • Geringe Schmerzen, kleine Wunden
  • Kurzer Krankenhausaufenthalt
  • Schnelle Rückkehr ins Alltagsleben

Chirurgisches Vorgehen bei Schäden in der vorderen Becken-Zone

Bei Defekten in der vorderen Zone können Muskeln Harnröhre (teils auch Darm) nicht mehr verschließen → unkontrollierter Urin-/Stuhlabgang.

Therapie: Ersatz des geschädigten Bandes durch ein ca. 8 mm breites Polypropylenband (von der Scheide aus unter die Harnröhre geführt, hinter dem Schambein oder in der Leiste nach außen; neuerdings interne Fixierung ohne Außenführung möglich). Das Band wird nicht festgenäht und verursacht in der Regel keine Schmerzen. Binnen drei Monaten wächst Bindegewebe ein → körpereigenes, elastisches Band.

Chirurgisches Vorgehen bei Schäden in der mittleren Becken-Zone

Die vordere Scheidenwand ist seitlich wie ein Tuch an zwei „Wäscheleinen“ aufgehängt; darauf liegt die Blase. Gibt das Tuch nach, sinken Wand und Blasenboden → Harndrang, Inkontinenz, Entleerungsstörungen.

Herkömmliche Korrektur: hohe Rezidivrate (~1/3). Unsere Lösung: Verstärkung mit Bändern/Netzen, Gewebe wird geschichtet statt entfernt. Wenn die seitlichen Aufhängungen nachgeben, erneuern wir die seitlichen Bänder bzw. hängen die Scheide seitlich wieder auf.

Chirurgisches Vorgehen bei Schäden in der hinteren Becken-Zone

Schäden führen zu Senkung/Vorfall von Gebärmutter und hinterer Scheidenwand (Bruchpforte). Folgen: Entleerungsprobleme, Harndrang, Stuhlschmieren, Schmerzen. Therapie: hinteres Band + Verstärkung der Scheidenwände; Band wird nicht festgenäht, Schmerzen gering. Einwachsende Gewebe machen das Band funktionell körpereigen.

Korrektur bei Narben im Blasenhalsbereich (Tethered Vagina)

Narben nach Voroperationen können Elastizität mindern und Harnkontrolle verhindern → ständiges Einnässen. Ziel: in der „Zone kritischer Elastizität“ normale Elastizität wiederherstellen; Narbengewebe maximal entfernen. Je nach Defektdeckung: skin graft oder Haut-Muskel-Lappen.

Für den Langzeiterfolg ist Narbenneubildung entscheidend. Per „virtueller Operation“ prüfen wir, ob eine gleichzeitige IVS-Schlinge eine Zweit-OP vermeiden kann; ggf. Polypropylenbandeinlage wie in der vorderen Zone.

Keine Gebärmutterentfernung

Ist die Gebärmutter gesund, ist ihre Entfernung bei Beckenboden-OPs nicht notwendig (eher Ausnahme). Die Gebärmutter ist wie der Schlüsselstein einer Kuppel: Entfernt man tragende Teile, destabilisiert man die Konstruktion. Entfernung kann zu schwächerem oberen Scheidenteil, Störungen der Unterstützung, Verkürzung, Narben, veränderter Innervation/Durchblutung und häufiger auftretenden sexuellen Problemen führen.

Die Ergebnisse

Es gibt keine absolute Erfolgsgarantie. Bei über 5000 durchgeführten Eingriffen liegen Heilungsraten je nach Schädigung bei 80–100 % (anatomisch ca. 98–99 %). Vorteile: Scheide wird nicht verkürzt, bleibt anatomisch korrekt, nur kleine Narben. Bei ausgedehnten Defekten kann ein zweizeitiges Vorgehen sinnvoll sein.

Zu Hause angekommen & Nachuntersuchung

Rasche Rückkehr in den Alltag ist Ziel. Nach Entlassung: i.d.R. sofort Autofahren, Kochen, Einkaufen, Kinderbetreuung; Arbeitsfähigkeit nach wenigen Wochen.

Nachuntersuchung: am Entlassungstag und nach 6–8 Wochen (bei uns oder beim einweisenden Arzt). Vollständige Wundheilung in 2–3 Monaten.

Letzte Publikationen

  • Caliskan A, Müller-Funogea A, Goeschen K, Pelviperineology 2015; 34: 123–126.
  • Caliskan A, Goeschen K, Türkiye Klinikleri 2016; 26: 67–72.
  • Caliskan A, Goeschen K, Zumrutbas AE, Pelviperineology 2015; 34: 94–100.
  • Caliskan A, Ozeren M, Goeschen K, Cent European J Urol. 2018; 71: 326–333.
  • Liedl B, Goeschen K, … Caliskan A, Urol Int. 2019; doi:10.1159/000500329.
  • Goeschen K, Petros P.E., The Female Pelvic Floor. Springer, 2006.
  • Bernard L, Goeschen K, Durner L, Curr Opin Urol. 2017; 27(3):274–281.
  • Liedl B, Goeschen K, …, BJU Int. 2019; 123(3):493–510.
  • Petros P, Goeschen K, Inoue H, Cent European J Urol 2018; 71(4):444–447.

Letzte Vorträge

  • K. Goeschen, Hannover; A. Caliskan, Denizli – ISPP München, 12.–15. Sept. 2014 (mehrere Beiträge)
  • Alpaslan Çalışkan – 13. UJOD Kongresi, 11–15 Mai 2015, Antalya (Video)
  • …diverse nationale/internationale Kongresse 2015–2024 (Istanbul, Montreal, Ankara, Treviso, Samsun, Konya, u.a.)

Fragen und Antworten (FAQ)

Welche Beschwerden können mit dem Goeschen/Caliskan-Verfahren behandelt werden?

  • Unkontrollierter Urinverlust bei körperlicher Belastung
  • Ständiger Harndrang; häufiges Wasserlassen bei Tag und Nacht
  • Blasenentleerungsstörungen mit Restharn
  • Schmerzen tief im Becken (z. B. beim Geschlechtsverkehr), Kreuz-/Steißschmerzen
  • Stuhlinkontinenz, Stuhlentleerungsstörungen
  • Senkung/Vorfall von Gebärmutter und Scheide

Wodurch unterscheidet sich die Petros/Goeschen-Methode von traditionellen Test-Methoden?

Traditionelle Tests (z. B. Blasendruckmessung) zeigen dass ein Problem besteht, nicht aber wo. Unser Verfahren setzt gezielt Parameter ein, um die verursachende Zone (Blase/Beckenboden) zu identifizieren.

Wodurch unterscheidet sich die „Schlüsselloch“-Operation nach Goeschen/Caliskan von traditionellen Inkontinenzoperationen?

Traditionell: Bauchschnitt, Schmerzen, Katheter mehrere Tage, Aufenthalt bis zwei Wochen, ≥6 Wochen Rekonvaleszenz.

Goeschen/Caliskan: Kein Bauchschnitt; Zugang vaginal. Erneuerung der Bänder vorn, mittig, hinten – wichtig, da ~80 % Kombinationsschäden aufweisen. Daher lassen sich auch Harndrang, Nykturie, Entleerungsstörungen, Beckenbodenschmerz, Stuhlinkontinenz u.a. adressieren. Geringe Schmerzen, kurzer Katheter, selten Tamponade; schnelle Alltagsaufnahme.

Welche Ergebnisse sind mit der „Schlüsselloch“-Operation zu erzielen?

  • Stressinkontinenz: 96 % Verbesserung
  • Dranginkontinenz: 78 %
  • Häufiges Wasserlassen am Tag: 85 %
  • Nykturie: 80 %
  • Ständiger Harndrang: 80 %
  • Blasenentleerungsstörungen: 50 %
  • Vorfall (je nach Defekt): 90–99 %

Was geschieht bei Senkung/Vorfall von Gebärmutter/Scheide? Unterschied zur traditionellen Senkungs-OP?

Traditionell: 5–10 Tage Aufenthalt, Dauerkatheter, häufig Tamponade, Schmerzen, oft Entfernung von Gebärmutter und überdehntem Gewebe → narbig/enge Scheide.

Goeschen/Caliskan: Dauerkatheter nur 1 Nacht, selten Tamponade; Gewebe nicht entfernt, sondern geschichtet; kleine vaginale Schnitte, blutarm, wenig Schmerz; Mobilisation kurz nach OP, Rückkehr in Alltag in wenigen Tagen; Aufenthalt ~2 Tage. Gebärmuttererhalt in der Regel, da Schlüsselstein der Statik.

Hatte meine Operation keinen Erfolg, wenn Symptome wieder auftreten?

Nicht zwingend. Bänder wirken wie Stoßdämpfer. Nach Ersatz kann sich Druck auf andere Bereiche verlagern. Neue/rezidivierende Beschwerden sind behandelbar.

Was geschieht, wenn die Operation keinen Erfolg hat?

Da unsere Eingriffe gewebeschonend sind und kein Scheidengewebe entfernt wurde, kann die Anatomie durch einen weiteren, gezielten Eingriff normalisiert werden.

Unser Beckenboden-Zentrum

Unser Zentrum befindet sich im Ozel Odak Hastanesi, Denizli, Türkei. Denizli ist Provinzhauptstadt der Ägäisregion, nahe wichtiger touristischer Orte (Bodrum, Izmir, Antalya, Marmaris, Fethiye). Die Stadt beheimatet Pamukkale und Hierapolis (UNESCO-Welterbe). Ein Flughafenshuttle zum Krankenhaus ist zu günstigen Konditionen verfügbar.

Links

Kontakt

Dr. med. Alpaslan Caliskan
Facharzt für Frauenheilkunde

E-Mail: alpilein53@yahoo.de
Telefon: +90 505 526 8964

Kooperationspartner

Prof. Dr. Klaus Goeschen
Telefon (WhatsApp): +49 163 660 5599
E-Mail: klaus.goeschen@googlemail.com

Curriculum vitae

  • Jahrgang 1965
  • Medizinstudium 1982–1989 in Izmir
  • Weiterbildung Gynäkologie/Geburtshilfe 1993–1998, Universitätsklinik an der Schwarzmeer-Universität, Trabzon
  • Facharzt-Examen 1998
  • Frauenarzt seit 1995, seit 2004 Spezielle Beckenbodenchirurgie
  • Verheiratet, 2 Kinder